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Berlin (KNA) Die katholische Kirche in Deutschland erwartet, dass das Verbot öffentlicher Gottesdienste ab dem 4. Mai aufgehoben wird, vorbehaltlich koronabezogener Hygiene und sozialer Distanzierungsregeln.

Der Cheflobbyist der Kirche auf Bundesebene, Prälat Karl Juesten, sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Zeitungsinterview, er sehe realistische Chancen, dass Bund und Länder nach ihrer Konferenz am 30. April grünes Licht für Gottesdienste geben würden.

Die Dienstleistungen würden zunächst ganz anders aussehen als üblich. Die genauen Anforderungen würden derzeit ausgearbeitet, sagte er.

“Insbesondere müssen Regeln aufgestellt werden, damit niemand durch den Gesang infiziert werden kann”, sagte Juesten. Es ist denkbar, dass Anbeter weit auseinander sitzen und Gesichtsmasken tragen. Die Führer der Kirche diskutieren auch darüber, ob der Priester die Kommunion mit einer Maske und Handschuhen oder mit einer Zange oder einem Löffel verteilen soll.

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“Es ist entscheidend, dass die Rezeption der Gemeinschaft würdevoll bleibt und gleichzeitig die Notwendigkeit berücksichtigt, die Menschen vor Infektionen zu schützen”, sagte Juesten.

Taufen und Hochzeiten sind nur in Ausnahmefällen gestattet. Auf Priesterweihen und Konfirmationen werde vorerst verzichtet, sagte Juesten.

Inzwischen hat die Bundesregierung des Bundeslandes Berlin ab dem 4. Mai Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern gestattet, sofern die Anforderungen an Hygiene und soziale Distanzierung eingehalten werden, gab Landeskulturminister Klaus Lederer bekannt.

Ab dem 22. April sind Familienfeiern mit bis zu 20 Personen gestattet, wenn dies aus zwingenden Gründen erforderlich ist, z. B. um Sterbende, Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten zu besuchen.

Lederer sagte, dass die Grenze der Gemeinden auf 50 Personen für große Kirchen gilt und dass ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Gläubigen eingehalten werden muss. Die Namen der Teilnehmer müssen registriert sein. Lederer betonte, dass die Landesregierung ihre Entscheidungen mit den Religionsgemeinschaften koordiniere. Er sei sich bewusst, dass die Erzdiözese Berlin und die evangelische Kirche in Berlin hart daran arbeiteten, Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Er stellte fest, dass die Staaten nicht an den Gesprächen der Bundesregierung mit den Religionsgemeinschaften beteiligt waren.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch freute sich über die Lockerung der Beschränkungen im Bundesland Berlin, die es unter bestimmten Bedingungen ermöglichen würden, den Gottesdienst wieder aufzunehmen. “Wir werden geeignete Schutzkonzepte ausarbeiten, um dies verantwortungsbewusst tun zu können”, sagte er. “Wir bleiben von der Hoffnung auf eine weitere Entspannung gestützt und dass wir die Krise gemeinsam gut überwinden können.”

Andere ostdeutsche Bundesländer haben bereits Anfang dieser Woche religiöse Zeremonien mit bis zu 20 Personen wieder aufgenommen.